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Wohnumfeldfinanzierung

Für Modernisierungsmaßnahmen zur Beseitigung oder Verringerung von Barrieren in bestehenden Wohnungen werden Darlehen zu besonders günstigen Zins- und Tilgungskonditionen zur Verfügung gestellt.

Mit Haushaltsmitteln des Bundes werden Darlehenszinsen bis zu zehn Jahre lang um durchschnittlich zwei Prozent abgesenkt.

 

Wer fördert?

Die Förderdarlehen werden von der „KfW Bankengruppe“ vergeben. Die Beantragung und Abwicklung der Darlehen erfolgt im Auftrag der KfW durch die örtlichen Geschäftsbanken oder Sparkassen:

  • Sie nehmen die Anträge entgegen
  • Sie prüfen die bankübliche Sicherung des Darlehens
  • Sie leiten das Darlehen der KfW an den Fördernehmer weiter und führen das Darlehenskonto

 

Welcher Förderbetrag ist möglich?

Die Darlehens-Obergrenze beträgt 50.000 Euro pro Wohnung. Das Darlehen kann bis zu 100Prozent der förderfähigen Umbaukosten umfassen.

 

Wer wird gefördert?

Die Unterstützung kann erhalten, wer

  • seine Wohnung oder sein Eigenheim selbst bewohnt
  • als privater Wohnungseigentümer, Genossenschaft, Unternehmen oder Gemeinde Wohnungen vermietet
  • als Mieter mit Zustimmung des Vermieters umbauen möchte

Hinweis:

Das Förderprogramm „Altersgerecht Umbauen“ kann ohne Probleme auch mit anderen KfW-Programmen, z.B. zur Energieeinsparung, kombiniert werden!

 

Finanzierung im Rahmen der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung gewährt bei vorliegen einer Pflegestufe finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes, beispielsweise für technische Hilfen im Haushalt wie festinstallierte Rampen, Verbreiterung von Türen, Entfernen von Türschwellen, Umbauten in Badezimmern und Küchen, Einbau eines Treppenlifts oder Sitzlifts, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. (§ 40, Abs.4 SGB XI)

Die Zuschusshöhe beträgt bis zu 2.557 EUR pro Maßnahme. Vom Pflegebedürftigen wird ein Eigenanteil in Höhe von 10% der Kosten verlangt, höchstens jedoch 50% seiner monatlichen Bruttoeinnahmen. Ändert sich die Pflegesituation und werden weitere Maßnahmen notwendig, handelt es sich um eine neue Maßnahme im Sinne des § 40, Abs.4 SGB XI.Pf. Alle Veränderungen des Wohnraumes, die zum Zeitpunkt der Zuschussgewährung erforderlich sind, gelten als eine Maßnahme. So stellt z.B. beim rollstuhlgerechten Umbau der Wohnung nicht jede Verbreiterung der Tür eine Maßnahmen im Sinne der Vorschrift dar, sondern die Türverbreiterungen und die Entfernung von Türschwellen insgesamt.

Der Zuschuss ist grundsätzlich vor Beginn der Maßnahme mit einem Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse zu beantragen. Dabei hat die Pflegekasse vor dem Hintergrund des Wirtschaftlichkeitsgebotes und der begrenzten Zuschussmöglichkeit - auch im Interesse des Pflegebedürftigen - zu prüfen, ob anstelle der beantragten Veränderung einfachere sachgerechte Lösungen in Betracht kommen. Gegebenenfalls wird der Medizinische Dienst der Krankenversicherung eingeschaltet.

 

Weitere Kostenträger

Abhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers ist beim Vorliegen der Voraussetzungen ganz oder teilweise ein Zuschuss oder ein zinsgünstiges Darlehen möglich.

  • Sozialamt:
    Umbauten zur Erlangung einer Wohnung, die den besonderen Bedürfnissen des Behinderten entspricht. Abhängig vom Einkommen und Vermögen des Antragstellers. Bei Vorliegen der Voraussetzungen als Zuschuss oder Darlehen möglich.
  • Versorgungsamt:
    Anpassung von Wohnraum und seiner Ausstattung an die besonderen behinderungsbedingten Bedürfnisse von schwerbehinderten Arbeitnehmern mit einem Grad der Erwerbsminderung von min. 50 v.H. Geldleistungen zur Beschaffung, Ausstattung und Erhaltung einer behindertengerechten Wohnung. Diese Leistungen gehen den Leistungen der Pflegeversicherung vor.
  • Hilfen für Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene § 27 BVG Bundesversorgungsgesetz)
  • Krankenkassen, Heil- und Hilfsmittel §27 SGB V
  • Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft)
  • Kommunale Sondermittel
  • KfW Förderprogramme

 

Landesförderung

Die Landesfördermittel werden in der Regel als zinsgünstige Darlehen neben dem Neubau von alten- und behindertengerechten Wohnungen auch für umfangreiche Umbaumaßnahmen im Rahmen der Modernisierung in Anspruch genommen. Die Fördermodalitäten in den einzelnen Bundesländern sind in Förderart und Förderhöhe sehr unterschiedlich. In allen Bundesländern hat sich die DIN 18025 "Barriere freie Wohnungen" als anerkannte Norm für den Bau und Umbau von alten- und behindertengerechten Wohnungen in den Förderrichtlinien durchgesetzt.

 

Zusammenfassung und Ausblick

Die Kosten für Wohnungsanpassungsmaßnahmen können im Einzelfall sehr erheblich sein. Deshalb wird immer eine Mischfinanzierung (Mieter, Eigentümer/Vermieter und diverse Fördermittelgeber) angestrebt werden, um die Kosten für den Betroffenen/Antragsteller so gering wie möglich zu halten. Bei sehr hohen Umbaukosten, die der Betroffene auch nicht mit Hilfe von Fördermittelgebern finanzieren kann, ist ein Umzug in eine andere Wohnung, die den individuellen Bedürfnissen besser entspricht, erforderlich.

Bei den Baumaßnahmen, die einen Eingriff in die bauliche Substanz des Gebäudes darstellen, ist vor Baubeginn die Genehmigung des Vermieters einzuholen. Kosten für den Rückbau, falls der Vermieter darauf besteht, werden in der Regel nicht gefördert.

Die Fördermittel - Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen - für Wohnungsanpassungsmaßnahmen und für alten- und behindertengerechte Umgestaltungsmaßnahmen an Wohngebäuden müssen vor dem Baubeginn vom Fördermittelgeber beantragt und bewilligt sein.

Die Aufgabe der Wohnberatung ist es, durch qualifizierte Beratungsangebote für Wohnungsanpassungsmaßnahmen und deren Finanzierungsmöglichkeiten die Handlungsfähigkeit und die soziale Integration der älteren und behinderten Menschen wieder herzustellen oder zu erhalten. Die Wohnberatung leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung eines selbstbestimmten Lebens in der eigenen Wohnung und der gewohnten Umgebung, auch bei Alter und Krankheit.

 

Die Autoren

Frau Dipl.-Ing. Helga Baasch ist Architektin und Inhaberin des Architekturbüros "alles barrierefrei bauen" in Hennigsdorf im Bundesland Brandenburg.

Frau Dipl.-Ing. Sonja Hopf ist Architektin und betreibt die Internetplattform www.nullbarriere.de



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